Dyskalkulie-Therapie 2018-02-26T23:33:41+00:00

Dyskalkulie-Therapie

Bei der Rechenschwäche handelt es sich um Kinder, deren mathematisches Verständnis nicht und nur sehr verschwommen vorhanden ist. Ein aufbauender mathematischer Gedanke kann nicht verstanden werden, weil seine Grundlagen nicht zur Verfügung stehen.

Das Defizit betrifft die Beherrschung des Mengen-/Zahlbegriffs, das Stellenwertsystem sowie grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie etc. benötigt werden.

Jegliches Üben verpufft, da auf diese Weise die entscheidenden Grund- und Kerngedanken von Menge und Zahl für die betroffenen Kinder nicht zugänglicher gemacht werden.

Rechnen und Sprache sind komplexe kognitive Leistungen, die sich in der Wechselwirkung mit der sinnlich wahrnehmbaren Umwelt entwickeln. Bei Kindern mit Dyskalkulie sind diese Leistungen zum Teil eingeschränkt. Oft treten Schwierigkeiten im Bereich der Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit hinzu. Schnell verzweifeln Eltern und Kind, Begriffe wie „faul“ oder „dumm“ fallen und mehr Üben wird verordnet. Wird die Dyskalkulie nicht frühzeitig erkannt, sinken Motivation und der Selbstwert des Kindes, der Teufelskreis „Lernstörung“ kann entstehen und die Leistungen in anderen schulischen Fächern verschlechtern sich.

Die Therapie setzt an der spezifischen Lernausgangslage des Kindes an, indem sie die individuellen fehlerhaften Rechenstrategien zum Ausgangspunkt nimmt und mit gezielten Maßnahmen reagiert. In der Mathematik bauen Lerninhalte sachlogisch streng aufeinander auf. Es muss daher abgesichert sein, dass das Kind die inhaltliche Argumentation nötigenfalls auch kleinster Schritte nachvollziehen kann. Das Lernen erfolgt zunächst anhand (be)greifbaren Lernmaterials; hat das Kind das Bild bzw. Rechenprozess verinnerlich, löst sich das Kind vom konkreten Material und wird über die Abstraktionsstufen (bildliche Darstellung,  kognitive Vorstellung) zur Operation mit Ziffern und Rechenzeichen geführt, in einem nächsten Schritt wird mit dem Kopfrechnen begonnen.

Durch die therapiebegleitende Diagnostik können mit angepassten Lernschritten systematisch die Defizite im Lernstoff aufgearbeitet werden können. Im Rahmen einer Rechentherapie ist es von zentraler Bedeutung, dass sich das Kind beim Entdecken der Mathematik wohlfühlt und ein starkes Selbstwertgefühl in Bezug auf das Rechnen entwickelt. Nur so ist es möglich, Ängste gegenüber der Mathematik abzubauen und Freude für den Umgang mit Zahlen zu entwickeln.