Entspannungspädagogik 2017-07-02T14:47:14+00:00

Entspannungspädagogik

Schon Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter leiden heute unter Stress. Anspannung und Entspannung müssen sich für eine gesunde physische und psychische Entwicklung der Kinder die Waage halten. Für die einen Kinder heißt der Ausgleich „Austoben“ für die anderen „Entspannen“.

Entspannungspädagogik kann ein Bestandteil der integrativen Lerntherapie oder auch beispielsweise einer ADS-Therapie sein. In der Therapie werden die verschiedene Entspannungstechniken ausprobiert, damit jedes Kind seinen optimalen Weg zur Entspannung finden bzw. erlernen kann.

Außerdem bietet Prima regelmäßig Entspannungskurse in der Praxis oder in Kindertageseinrichtungen und Schulen an und bildet pädagogische Fachkräfte (Erzieher, Lehrer, etc.) in Seminaren und Inhouse-Schulungen zu Kursleitern für Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung für Kinder und Jugendliche weiter.

Nähere Informationen zu den Entspannungstechniken:

Meditation, Fantasie- und Körperreisen fließen im Rahmen anderer Entspannungstechniken ein.

Meditation ist für Kinder ein wunderbarer Weg, innere Ruhe zu finden und Unruhe, Ängste, Aggressionen und Konzentrationsstörungen lösen zu helfen, sich tief zu entspannen und neue Kräfte zu sammeln.

Fantasiereisen bilden den Ausklang von Autogenem Training und Progressiver Muskelentspannung. Fantasiereisen lenken vom Alltag ab, durch dieses einfache Loslassen und Träumen können die Energiereserven wieder auftankt werden.

Körperreisen werden vor allem bei Kindern und Jugendlichen mit einem mangelndem Körperbewusstsein (z. B. bei psychosomatischen Störungbildern)oder vor dem Geführten Zeichnen eingesetzt. Köperreisen führen zu einer verstärkten Körperwahrnehmung und schnellen Entspannungseffekten.

Im Autogenen Training wird die eigene Aufmerksamkeit auf körperliche Wahrnehmung gelenkt. Durch verschiedene Vorstellungsübungen und Autosuggestionen lernt der Körper mit der Zeit reflexartig auf Erholung umzuschalten und neue Kraft und Konzentration zu erfahren. Durch Autogenes Training kann Alltagsstress nachhaltig abgebaut werden und ein besserer Umgang mit Leistungsdruck erlernt werden. Viele psychosomatische Erkrankungen bilden sich zurück, eine Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte wird erreicht.

Bei Kindern und Jugendlichen wird Autogenes Training u.a. zum Abbau von Leistungs-, Verhaltens-, und Konzentrationsstörungen und zur erfolgreichen Bewältigung von Schulstress und Prüfungsangst eingesetzt. Kinder und Jugendliche lernen, die Wechselwirkung zwischen Körperempfinden und Gefühlen wahrzunehmen. Sie erfahren durch das Autogene Training, ihren Körper durch Gedanken selbst zu beeinflussen und erleben so eine zunehmende Stärkung ihres Selbstbewusstseins.

Stress entsteht in unserem Gehirn. Durch Lärm, Zeitdruck oder verschiedene Ängste wird der Körper in einen Zustand der Alarmbereitschaft versetzt und geht in „Gib-Acht-Stellung“. Der Atem wird flach und der Blutdruck steigt. Hält dieser Stress dauerhaft an ohne dass ein Ausgleich geschaffen wird, so bleibt der Körper dauerhaft in der Anspannung und das vegetative Nervensystem kann aus dem Gleichgewicht geraten. Die Folge können psychosomatische oder funktionelle Krankheitsbilder sein – auch bei Kindern.

Die Progressive Muskelrelaxation ist fachlich anerkannt und stellt eine leicht erlernbare, systematisch aufgebaute Entspannungstechnik dar. Die gewünschte Entspannung wird dadurch erreicht, dass nacheinander alle wesentlichen Muskelgruppen des Körpers zuerst angespannt und danach gelockert werden. Die Entspannung verstärkt sich immer mehr, der Körper erlebt eine muskuläre Tiefenentspannung.

PMR wird erfolgreich bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Die Entspannung durch PMR wirkt ganzheitlich: Auf der Körperebene, im Gefühlsbereich und im Bereich der Konzentration.

Die verschiedenen Körperstellungen oder Übungsabäufe, auf die sich Kinder-Yoga (ab dem Kindergarten) hauptsächlich beziehen, dehnen und stärken auf sanfte Weise die Muskulatur, halten den Körper und den Geist beweglich, lebendig und schulen das eigene Körperbewusstsein.

Yoga erhält die menschliche Gesundheit und stärkt das Wohlbefinden. Alle Körpersysteme wie die Atmung, der Kreislauf, die Herztätigkeit, die Durchblutung, die Verdauung und der Stoffwechsel werden angeregt.

Gerade Kindern macht Yoga besonders viel Spaß, die Körperstellungen sind häufig Tieren nachempfunden, die Übungsabläufe in Geschichten eingebettet. Spielerisch werden die Kreativität, die Konzentration und Ausgeglichenheit gefördert, Körperkbewusstsein und Gleichgewichtssinn werden geschult.

Durch langsame und bewusste Bewegungen und Haltungen lernen die Kinder sich zu entspannen, auf natürliche Weise in sich hinein zu empfinden und ganz sie selbst zu sein.

Das „Geführte Zeichnen“ wurde zwischen den 30er und 50er Jahren von Dr. Maria Hippius entwickelt. Diese Technik erwies sich schon früh als besonders geeignetes Verfahren zur Selbst-Begegnung und Selbst-Erfahrung von Kindern und Jugendlichen.

Sie erhalten über die sog. Urformen des „Geführten Zeichnens“ die Möglichkeit, sich in einer Tiefe wahrzunehmen, an die sie sonst nicht ohne weiteres gelangen können. Diese Erfahrung an sich hat eine heilende und heranführende Wirkung. Das „Geführte Zeichnen“ wirkt unterstützend bei Kindern und Jugendlichen mit wenig Selbstvertrauen, bei Kindern, die sich nicht entspannen können und unter Ängsten leiden. Sie erfahren eine Ich-Stärkung und Gehalten-Sein, Konzentration und Genauigkeit werden gefördert und bieten eine wesentliche Grundlage für die Zielarbeit z.B. einer Integrativen Lerntherapie.

Die Entspannungstechnik kann ab dem Jugendalter eingesetzt werden.