Legasthenie-Therapie 2018-02-26T23:37:14+00:00

Legasthenie-Therapie

Unter Legasthenie versteht man eine deutlich beeinträchtigte Entwicklung der Lese- und Rechtschreibfertigkeiten. Die Intelligenz der betroffenen Kinder ist normal bis überdurchschnittlich, während die Lese-Rechtschreibfertigkeit erwartungswidrig unter dem Durchschnitt liegt.

Zur Entstehung einer Legasthenie können vielfältige Ursachen beitragen: genetische oder neuronale Faktoren, Störung der basalen Funktionen wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprachentwicklung.

Hierzu zählen:

  • Störung der Entwicklung des Sprechens und der Sprache
  • Störung der auditiven Wahrnehmung und Verarbeitung wie z.B. Lautunterscheidung
  • Störung der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung, d. h. die Wörter können visuell nicht differenziert wahrgenommen und gespeichert werden.

In der Regel wirken verschiedene Faktoren zusammen.

Durch ständige Misserfolgserlebnisse stellen sich Frustration, Lernunlust, Versagensängste oder Verweigerung ein. Der Selbstwert und das Selbstvertrauen des Kindes leidet und belasten oft die ganze Familie.

Leider erledigen sich die Probleme einer Legasthenie nicht von alleine. Im Gegenteil: Eine Legasthenie verwächst sich nicht − der Druck und die Defizite im schulischen Bereich nehmen zu und die psychische Situation wird immer angespannter.

Legasthenie-Therapie findet als Einzeltherapie statt. Grundlage der Legasthenie-Therapie ist die Integrative Lerntherapie.
In den ersten Therapiestunden stehen standardisierte und informelle Tests als Grundlage der Therapieplanung sowie der Aufbau einer positiven therapeutischen Beziehung im Vordergrund. Der Therapieprozess selbst beinhaltet den systematischen Aufbau der Lese- und/oder Rechtschreibfertigkeiten, die Förderung der Teilleistungen (Akustische und visuelle Wahrnehmung, Konzentration, Grob- & Feinmotorik etc.) und den Aufbau von Selbstvertrauen und Lernfreude, damit das Kind lernt, der eigenen Leistung zu vertrauen und sich selbst als kompetent wahrnehmen kann.

Rechtschreibung

Die Therapie ist abhängig von den individuellen Kompetenzen des Kindes und orientiert sich am Entwicklungsprozess des Schriftspracherwerbs. Dies hat, neben den systematischen Aufbaumöglichkeiten der deutschen Orthographie, den entscheidenden Vorteil, dass dem Kind die Gesetzmäßigkeiten der deutschen Schriftsprache Stück für Stück in ihrer Gesamtheit verständlich und nachvollziehbar werden und erleichtert die Übertragung des Gelernten auf nicht geübte Wörter gleichen Schwierigkeitsgrades (Reuter-Liehr). Dies und das Arbeiten an der Null-Fehler-Grenze, die am Vorwissen des Kindes anknüpfen und so kaum Fehler zulassen, motiviert das Kind und stärkt sein Selbstvertrauen und Selbstwahrnehmung.

Lesen

Auch der Leseförderung liegt eine klare Systematik zugrunde. Buchstabenkenntnis, Laut-Zeichen-Zuordnung, das Zusammenlauten zu Silben, vom einzelnen Wort zum Satz, hin zum sinnerfassenden Lesen ganzer Texte. Die Erfassung von Silben, Wortbestandteilen und Signalgruppen als Ganzes steigert die Lesegeschwindigkeit. Die individuelle Förderung knüpft am Vorwissens des Schülers an, unterstützt ggf. eine fehlende Phonologische Bewusstheit nachzuentwickeln und die Lesefertigkeiten schrittweise zu entwickeln, so dass das Kind systematisch eine höhere Lesekompetenz erwirbt und sich Lesefreude entwickeln kann.